Bautagebuch - Bericht 3

Platz schaffen

Manche Momente im Haus sind leiser als andere. Sie kündigen nichts an und sind trotzdem bedeutsam. Einer dieser Momente beginnt Mitte Dezember im Atrium.
Nach den letzten Veranstaltungen des Jahres kehrt langsam Ruhe ein. Das Atrium, über viele Jahre Ort für Gespräche, Feiern und Begegnungen, zeigt sich ein letztes Mal in seiner vertrauten Form. Kurz darauf beginnt das Leerräumen. Ohne große Gesten. Ohne Eile. Schritt für Schritt.

Unsere Haustechnik und die Veranstaltungsabteilung übernehmen die Arbeit gemeinsam. Später geht auch die Geschäftsleitung noch einmal durch den Raum. Es wird gesichtet, sortiert und entschieden, was bleiben darf und wovon wir uns trennen. Alles geschieht im Tun. Ohne Inszenierung. Ohne großen Moment.

Beim Leerräumen wird spürbar, wie intensiv dieser Ort genutzt wurde. Möbel, Technik und Ausstattung sind vertraut. Sie haben Veranstaltungen begleitet, Gespräche ermöglicht und Feiern getragen. Es gibt nichts Spektakuläres zu entdecken. Aber vieles, das selbstverständlich geworden ist.

Ein besonderer Moment entsteht an einem anderen Ort.


Im Lager finden wir zwei gerahmte Luftaufnahmen. Die erste zeigt das frühere Hotel Horn, noch vor der Übernahme durch die Familie Schlüter. Die zweite zeigt das Hotel VierJahreszeiten nach den großen Umbauten vor rund zwanzig Jahren.

Die Bilder zeigen den Wandel des Hauses sehr klar. Man erkennt, was sich verändert hat. Und man sieht, was geblieben ist. Bestimmte Strukturen, Linien und Gedanken ziehen sich bis heute durch. Entwicklung baut hier auf Bestehendem auf.

Die Bilder sind gut erhalten. Sie waren all die Jahre vorhanden, aber nicht präsent. Künftig bekommen sie einen Platz im Personalraum. Als Erinnerung an den Weg dieses Hauses. Und als stiller Begleiter für das, was sich weiterentwickelt.

Das Atrium ist nun leer.
Der Raum ist bereit für den nächsten Schritt.